Zur Diskussion “DRM versus Wasserzeichen: Schutz digitaler Hörbücher” am 19.10.2005 um 17:30 Uhr bei der Buchmesse Frankfurt

Verfasst am 31.10.2005 um 15:52 Uhr

Der Titel der Diskussion ” DRM versus Wasserzeichen: Schutz digitaler Hörbücher - Wahrheit und Legende - Experten aus Recht, Technik und Praxis beleuchten Pro und Contra der Systeme zum Schutz von digitalen Hörbüchern im Internet: Wasserzeichen und Kopierschutz.” bedeutete für mich Anwesenheitspflicht! Gesponsort war die Veranstaltung von Audible, wovon ich mich aber nicht erschrecken ließ :-)

Teilnehmer an der Diskussion waren
KB: Dr. Kerstin Bäcker von der auf Medien spezialisierten Kanzlei Lausen Rechtsanwälte
TK: Taufe Kahlil (?), Sprecher (und Autor?) bei Audible als Moderator
LK: Lothar Kleiner vom S. Fischer Verlag
AH: Andrea Herzog von der Hörcompany


KB (gab eine kleine Einführung / Erklärung für das Thema): DRM heißt Digital Rights Management und nicht Digital Restrictions Management. Bei Wasserzeichen wird der digitale Inhalt mit einem “Wiedererkennungsmerkmal” versehen. Wasserzeichen sollen vor Mißbrauch abschrecken. DRM soll Mißbrauch im Ansatz verhindern. Bei DRM wird die Nutzbarkeit beschränkt durch eine “Rechteverwaltung”.

LK: DRM lenkt / weckt Bewußtsein darauf, daß beliebiges Koperiern urheberrechtlich geschützter Dateien nicht in Ordnung ist.. Verlage wollen niemenden kriminalisieren. Verlage wollen nur Hürden beim Kopieren um sich selbst zu schützen.

KB: (auf Fragen hin) Wasserzeichen dürfen nicht aus Dateien entfernt werden gemäß der letzten Reform des Urheberrechts. Es gab noch nie Verurteilungen oder Haftstrafen wegen urheberrechtlicher Vergehen im Zusammenhang mit Hörbüchern. Bisher gibt es lediglich Beispiele / Fälle aus der Musikindustrie wo eine Person zu 2 Jahre Haftstrafe und 40.000 Euro Strafe für das Sharen von über 10.000 Musikdateien verurteilt worden ist. Es gibt Bestrebungen, eine Bagatellklausel einzuführen, die zum Einsatz kommt, wenn der Aufwand im Verlgleich zum Schaden inadäquat groß ist.

AH: Verlage haben drei Sachen die Sie an das Schutzsystem für Hörbücher als Erwartung stellen: 1. Einfachheit, 2. Guten Schutz und 3. Daß die Wertiggkeit der Produkte kommuniziert wird. Am Beispiel der eigenen Kinder würde man sehen, daß man für jedes Schutzsystem irgendwas im Internet finden könnte, daß beschreibt, wie man es relativ einfach knacken kann.

KB: Den besseren Schutz bietet DRM.

LK: Ausgewählte Verlage und Rechte-Agenten haben sich zusammengetan (unabhängig vom AK Hörbuch) und wollen in einer gemeinsamen Presseerklärung aufklärend klarstellen, daß Wasserzeichen keinen Kopierschutz darstellen.

Ab diesem Zeitpunkt fing mich die Veranstaltung an gewaltig zu nerven. Es war nicht objektiv sondern klar pro DRM und kontra Wasserzeichen. Da fing ich an mich zu ärgern denn Werbeveranstaltungen möchte ich mir eigentlich sparen. Doch es sollte noch anders kommen. :-)

KB: Beim Wasserzeichen gibt es kein Durchgriffsrecht. Ein Verlag kann vom Internet-Provider derzeit nicht erfahren, welcher User sich zu welchem Zeitpunkt hinter einer bestimmten IP-Adresse vorborgen hat.

Hier wurde es echt albern. Ich schätze das Wissen von Frau Dr. Kerstin Bäcker echt extrem Wert aber entweder wurden hier die Grenzen dessen erreicht oder es wurde mehr oder weniger bewußt mißgeleitet. Ich war kurz davor etwas zu sagen aber da kam ein anderer hoch-interessanter Diskutant ins Spiel. Michael Kipp (?) (im folgenden mit MK markiert)vom Frauenhofer Institut IPSI in Darmstadt, seines Zeichens Mitentwickler der Wasserzeichentechnologie. Und er war nicht alleine da sonsdern hatte gleich noch einen Kollegen mit dabei. Der war echt amüsant. Er hat sich einfach einen zusätzlichen Stuhl auf die Bühne stellen lassen und hat mitgemacht als ob er eingeladen gewesen wäre. Er wetterte in der Folge enthusiastisch gegen die Einseitigkeit der bisherigen Diskussionsergebnisse auf dem Podium

MK: Wasserzeichen haben nichts mit der IP-Adresse zu tun. Im Wasserzeichen steckt die Kundennummer drin. Die IP-Adresse, bzw. die Info wer sich dahinter verbirgt, braucht man nur, wenn man wissen möchte, wer eine bestimmte Datei gerade illegal über Tauschbörsen tauscht. Das Wasserzeichen ist aber garnicht dafür nutzlich. Es kann rausfinden wer die Datei, die ggf. illegal über Tauschbörsen angeboten wird ursprünglich gekauft hat. Der ist auch der “Ursprung der Schuld”. Alles andere sind Folgen einer ersten unberächtigten Weitergabe der Datei. Die Wasserzeichen überstehen auch analoge Übertragungen, d.h. z.B. mit dem Mikrophon von der Box aufnehmen. Mit DRM werden die Kunden bloß geärgert.

KB: 34% der Kunden ist Copyright egal.

LK: In Amerika wird die meißte Musik mit DRM verkauft.

MK: Es gibt kein Recht auf eine Privatkopie. Eine automatisierte Suche in Peer-2-Peer-Netzwerken nach mit Wasserzeichen versehenen Datein ist bei der IPSI in Entwicklung und Vorbereitung. Für Bilder gibt es so etwas bereits.

KB: Im Falle von nachgewiesenen Raubkopien sind nach derzeitigem Rechtsstand keine hohen Schadensersatzsummen möglich. Dadurch wird die Bedeutung von Wasserzeichen neutralisiert, insbesondere, wenn eine Bagatellklausel eingeführt wird, wird man zivilrechtlich nichts mehr machen können; höchstens vielleicht strafrechtlich.

MK: Ziel sollte es ein, daß möglichst wenig geistiges Eigentum gestohlen wird und möglichst oft die rechtmäßigen Urheber u.ä entlohnt werden.

LK: Viele Hörbuchverlage denken fälschlicher Weise, daß Wasserzeichen ein Kopierschutz wären. Hier ist Aufklärungsarbeit notwendig.

AH: Diejenigen, die wirklich wissen, was Wasserzeichen und DRM sind, können auch beides Umgehen.

LK: Die Produktion eines normalen Hörbuchs kostet gut 20.000,- Euro. Wenn noch GEMA-pflichtige Musik und sonstige Besonderheiten dazukommen, werden es leicht 80.000,- Euro. Als Verlag muss man versuchen Hürden aufzubauen, die dem Diebstal erschweren, damit sich der ehrliche Käufer der Werke nicht doof vorkommt, daß er der einzige ist, der zahlt.

KB: Im Musikbereich gibt es die Diskussion Wasserzeichen vs. DRM gar nicht. Dort gibt es als einzige Wahl DRM.

AH: Man kann den Hörbuch- und Musikmarkt nur bedingt miteinander vergleichen. Der Musikmarkt ist globaler und technickaffiner und daher nicht direkt alles übertragbar. Musiker leben außerdem zum großen Teil von Konzerten und Aufführungen. Beim Hörbuch hingegen, haldelt es sich um eine Erstverwertung

Das mit der Erstverwertung git nur, wenn der Stoff von einem Radiosender produziert und schon mal ausgestrahlt wurde. Jetzt wurde die ganze Diskussion noch mal lustiger, denn ein weiterer schwergewichtiger Diskussionpartner kam hinzu: Hans Kreutzfeldt (im Folgenden mit HK gekennzeichnet). Hier einige Infos zu dem Herren: Kreutzfeldt Electronic Publishing GmbH kooperiert schon lange eng mit (dem Grossisten Libri) im eBook-Bereich. Die machen alle eBook-Aktivitäten von Libri. Die sind vom Umsatz etc sicher nicht so gut und erfolgreich wie Ciando aber mein Tip wäre, daß sie die bedeutendsten eBook-Händler nach Ciando sind. Kreutzfeldt hat gerade frisch mit Libri auch eine Kooperation für den Hörbuch-Download angefangen unter dem Titel Audio.Libri. Der Gag bei Libri ist grundsätzlich, daß Libri weniger selbst über die eigene Homepage verkauft als mehr eine technische Infrastruktur bietet, die dann auf Homepages normaler Buchhandelsketten eingebunden wird. Z.B. die Mayersche Buchhandlung oder der Hugendubel von nebenan haben eine Homepage. Wenn dort dann ein echtes Buch, ein eBook oder bald ein Hörbuch-Download abgewickelt wird, dann macht die Abwicklung Libri (bei physischen Produkten) und Kreutzfeldt (bei “e”-Produkten).

HK: Bei eBooks gibt es ein gutes und funktionierendes DRM. Man sollte bei Hörbüchern den Download mit Wasserzeichen mal lieber mit CDs vergleichen. CDs haben nämlich weder Wasserzeichen noch DRM.

AH: Das Kopieren im Netz wird dem Täter die Missetat nicht so deutlich wie beim Kopieren einer CD, wodurch er eine geringere Hemmschwelle hat. Apell an die Downloadbranche: An einem Strang ziehen und eine gemeinsame Lösung finden.

KB: Man muß die Nutzer von Anfang an richtig erziehen. Es gibt digitale Medienmärkte, bei denen die Nutzer gewöhnt sind zu zahlen: Klingeltöne.

Zu ersten Eindrücken zu Claudio

Verfasst am 31.10.2005 um 15:16 Uhr

Claudio Balazs CsonkaVor dem Start von Claudio hatte ich Kontakt mit einem Mitarbeiter von Claudio. Dieser erste Kontakt war nicht all zu glücklich aber da möchte ich nicht weiter drauf eingehen.

Auf meiner Lieblings-Hörbuch-Infoquelle Hörothekt hatte ich gelesen, daß Claudio mit 700 Hörbüchern gerade frisch und erfolgreich gestartet ist. Dann habe ich gestern in Frankfurt noch ein Riesenposter an einem Gebäude gesehen, das von der Buchmesse übrig geblieben ist. Grund genug für mich, mir das gute Claudio mal ganz in Ruhe anzuschauen. Ganz ohne Background-Wissen quasi durch die Augen eines Laien und Users. Die Zusammenfassung vorab: Claudio sieht unfertig aus. Warum schreibt man dann eigentlich nicht, wie im Internet nicht unüblich irgendwo “Beta” dran?

Um mir über die wirkliche Anzahl der Titel im Angebot ein Bild zu machen habe ich zunächst mit der claudio-Detailsuche rumgespielt. Es gab 471 Treffe und davon 375 Hörbücher auf Deutsch und 59 Treffer/Hörbücher auf Englisch. Das führt mich entweder zu dem Schluss, daß die Angabe mit dem 700 nicht stimmt oder die Daten bzgl der Sprachen der Audioinhalte noch nicht ordentlich erfasst sind. Beides sind keine guten Ergebnisse. Eine Suche nach “Altersempfehlung” funktioniert komplett gar nicht. Egal welche Altersspanne man eingibt, es kommen keine Ergebnisse. Ich habe 31 Verlage gezählt, von denen manche, wie Audiotrain laut Suchfunktion noch keine Hörbücher anbieten. Was mich auch ein wenig stutzig gemacht hat ist, daß der Hörverlag, der ja Mitgesellschafter von Claudio ist “nur” 50 Titel anbietet und darunter KEIN einziger richtiger Bestseller. Trauen die ihrem neuen Baby noch nicht so recht? Sieht man vielleicht nur ein Claudio in der Erprobungsphase? Dann gibt es noch viele Kleinigkeiten, die einfach unschön sind. Beim Blättern nach einer Suche sieht man pro Seite nur 5 Hörbücher und das auch noch relativ platzverschwenderisch. Wenn man unten auf Kontakt oder Impressum klickt, poppen neue Fenster auf. Wozu? Den “Claudiator - Hörbuch Player und Downloadmanager” habe ich mir vorerst erspart aber auch der wird demnächst getestet, wenn ich mal freie Zeit dafür habe. Downsides beim Design: Die FAQ- und Hilfe-Übersichtsseiten sind von den Schriftgrößen ein wenig zu groß und grob geraten. Das User Interface ist insgesammt noch nicht all zu nutzerfreundlich und gut platznutzend. Das mit dem Design wird sich aber sicher bald einpendeln…

Damit es nicht zu Einseitig wird hier, was ich gut finde. Unter Broadcasts gibt es Inhalte die (soweit ich das erfassen kann) nie und nicht auf Hörbücher erscheinen werden. Sehr löblich und bringt die Mediengattung Hörbuch voran! Dann muss ich ja noch mal ein Kompliment zur Farbwahl beim Claudiodesign machen. Wenn angenommen wird, daß der Download von Hörbüchern eher für Männer und eher für Technikaffine attraktiv ist, dann ist Rot optimal.

Auf der Buchmesse habe ich Gossip aufgeschnappt, daß Claudio 8 Mio. Euro für Marketing zur Verfügung stehen. Kann diese Zahl stimmen und das nur für das Marketing? Soll das Signaling an Konkurrenten und Mitbewerber sein? Verrechnet da der Focus Verlag jede Werbung im eigenen Magazin mit irgendwelchen in der freien Wirtschaft nicht realisierbaren TKPs? Die Zeit wird Zeigen, was kommen wird …

Zu nicht-Hörbuch Themen im Hörbuch-Blog

Verfasst am 31.10.2005 um 12:55 Uhr

Ich poste in diesem Blog ja nun doch häufiger zu nicht-Hörbuch-Themen, als ich das eingangs gedacht hatte. Eine Lösungsmöglichkeit wäre dies zu lassen und die Sachen zu löschen aber das möchte ich eigentlich nicht. Alles, was keine Postings mit direktem Hörbuch-bezug sind, wird nun von der Startseite / Frontseite verbannt und mit einem “Den Rest dieses Eintrags lesen »”-Link versehen. Hoffe / Denke, daß dies im Sinne des Hörbuchinteriessierten Lesers ist.

Zu blinde-erotik.de

Verfasst am 29.10.2005 um 22:42 Uhr

Blinde-Erotik.de - Erotische Hörspiele / Erotik HörbücherBlinde-Erotik.de war mein erstes Internetprojektchen im Hörbuchbereich. Ich habe es schon vor einiger Zeit an einen kleinen Hörbuchverlag gekauft. Dennoch finde ich es immernoch ganz geckig. Es zweigt wie viel Auswahl und unterschiedliches es sogar in Nischen des Hörbuchmarktes gibt.

Zu Knockaround Guys mit Vin Diesel

Verfasst am 26.10.2005 um 13:34 Uhr

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Zur gemeinsamen Marketingaktion von Twentieth Century Fox Home Entertainment und der VGS (Verlagsgesellschaft Egmont) mit Hörbüchern von Wolfgang Hohlbein

Verfasst am 25.10.2005 um 09:56 Uhr

Am Sonntag war ich in einer Filiale von Kinopolis abends einen Film schauen. Für mich gibt es Kino nicht ohne Popcorn und Cola. Bei Kinopolis gab es dann aber eine tolle Überraschung für mich. Ich nehme eigentlich meißtens das Movie-Pack in dem beides von mir benötigtes drin ist. Manchmal gibt es aktionsbezogen auch Geschenke dazu. Am Sonntag etwas für mich ganz besonderes: das Hörbuch Blutkrieg von Wolfgang Hohlbein kostenlos!!! Es ist eine CD in einem einfachen Pappkarton. Es ist ein vertontes Sonderkapitel aus den Vampierbüchern “Chronik der Unsterblichen”. Die Aktion ist eine Kooperation des Film-/DVD-Konzerns Twentieth Century Fox, der (s)eine Halloween-DVD-Kollektion promoten möchte. Dreh- und Angelpunkt der Aktion ist die Website www.halloween-dvds.de. Bei jeder der 18 DVDs dieser Halloween-Collection liegt kostenlos ein weiteres Hörbuch mit Sonderkaptieln aus Hohlbeins Vampierserie “Chronik der Unsterblichen” bei. VGS (Egmont) ist bei dieser innovativen Marketingaktion dabei, weil die das Verlagshaus sind, bei dem Hohlbein seine Werke veröffentlicht. Das Hörbuch selbst ist eine “inszenierte Lesung”. Ein Sprecher und im Hintergrund Sphären und Geräusche. Die Geschichten auf den Hörbüchern wurden wohl exklusiv für diese Hörbucher 2004 geschrieben und vertont. Großartige Aktion. So führt man neue Nutzergruppen an Hörbücher ran. Schade, daß kein etablierter Hörbuchverlag involviert ist, so daß man auch noch auf andere Hörbücher im Rahmen der Aktion verweisen könnte.

Das Cover der CD sieht nicht ganz so aus wie diese Abbildung aus, aber so ähnlich. Die Abbildung ist von der Aktionswebsite.
Wolfgang Hohlbein Blutkrieg Hörbuch Hörspiel kostenlos Bonus

Zur Tube DVD mit Kim Seok-hun Park Sang-min

Verfasst am 25.10.2005 um 09:31 Uhr

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Zu Radio Gutenberg - dem Hörbuchradio und dem Senden von Erwachsenenhörbüchern im Radio im Allgemeinen

Verfasst am 24.10.2005 um 18:33 Uhr

Gerade vor mir liegt ein Brief von Radio Gutenberg an einen Hörbuchverlag. Verwiesen wird in der Fußzeile auf www.radio-gutenberg.de allerdings sind dort noch die Inhalte eines anderen Sernders zu sehen. In dem Schreiben wird ein Hörbuchradiosender im Großraum Ingostadt angekündigt, der im Digital Radio L-Band und vie Kabel zu empfangen sein wird. Die Anzahl der verkabelten Haushalte wird mit 60.000 angegeben und daraus werden ca. 150.000 potentielle Hörer. Meine Schätzung es gibt insgesammt max 1.500 Hörer pro Woche also vielleicht immer ein paar Dutzend gleichzeitig. Das ist allerdings gerade nicht Kern der Sache.

Zitiert wird ein Gesamtvertrag zwischen APR, VG Wort (Verwertungsgesellschaft Wort) und GVL (GVL ist die urheberrechtliche Vertretung der ausübenden Künstler und der Tonträgerhersteller) vom 1. Juli 2005 über “kleine Hörbuchrechte”. Ich muss gestehen, daß ich hier eine Wissenslücke habe. Dort soll scheinbar festgelegt worden sein, daß Radiosender (Lokalsender und Regionalsender) bei Sendungen von nicht mehr als 15 Minuten von Hörbücher 6,- Euro pro Minute abgelten. Ich frage mich wem dieses Geld abgegolten wird? Von den oben genannten Gesellschaften bekommen Hörbuchverlage nur etwas von der VG Wort und von denen auch nur einmalig. Habe ich bzgl. der GVL etwas verpasst? Was die APR sein soll muss ich gestehen, weiß ich auch nicht… :-(

Der Rest ist für die dann ein klares und einfaches Rechenspiel. Wenn man jede Stunde 25minütige Auszüge aus 2 Hörbüchern senden will kommt das im Monat auf über 200.000,- Euro kosten, was man auf keinem Fall mit so einem Radiosender reinbekommen kann. Alles was die nun wollen ist mit den Hörbuchverlage in den Dialog kommen aber ich frage mich wofür… Sie sagen, sie wollen “die großen Hörbuchrechte” eingeräumt haben. Ich werde das Gefühl nicht los, dass das Konzept ist einfach nicht weit genug gedacht. Für so einen Kleinkram hat man doch keine Lust Extrawürste zu braten. Das ist wohl das Problem bei allen bisherigen Ansätzen für Hörbuch-Radio-Sender über normale Radiotechnik, d.h. nicht Internet-Radios.

Ich fürchte fast noch “Schlimmeres”. Das läuft vielleicht auf einer dieser graniosen Vorschläge so mancher privater Hörfunksender hinaus nach dem Motto “Gebt und eure Hörbücher, so daß wir die kostenlos senden und dadurch verkauft ihr dann mehr Hörbücher”. Sorry aber das halte ich simpelgesagt für Stuss. Es gibt einen großen Unterschied zwischen Erwachsenenhörbüchern und Kinderhörbüchern: Erwachene hören Hörbücher nur ein oder wenige Male. Kinder sehr Häufig. Ebenfalls gibt es diesen Unterschied zwischen Worttonträgern und Musiktonträgern, liebe Radiomacher: Hörbücher hört man ein oder wenige Male, Musik viel häufiger. Tja. Durch das Abspielen eines Hörbuchs im Radio könnte es direkt zu Umsatzeinbußen für Hörbuchverlage kommen: Potentiele Käufer hören das Hörbuch im Radio und da sie es dann kennen, brauchen sie es nicht mehr zu kaufen… Das sollte erst mal klarer Konsens und Basis für Verhandlungen sein, bevor man sich an den Tisch setzt…

Zur Präsentation für Fachbesucher “Hörbuch-MP3-Tankstelle und Kaufautomat im Buchhandel” am 19.10.2005, 13h auf der Frankfurter Buchmesse

Verfasst am 24.10.2005 um 16:47 Uhr

RW: Rene Wagner von der Hörothek machte die Moderation bei der folgende Personen mitdiskutiert haben:
HR: Harald Rieck (Soforthoeren.de / Diderot-Verlag)
BK: Birgit Köbel (Terzio / Hoerbie.de )
HSW: Horst Schaffitzel-Wüstenkamp (HNTV, Buy-o-Mat)
JH: Johannes Schmitt (Buch Habel, Darmstadt)


HR: Bei Soforthoeren.de sind etwa 800 Hörbuchtitel online erhältlich, 200 weitere liegen auf dem Schreibtisch und kommen im Laufe des Jahres hinzu

JS: Buch Habel ist die erste Buchhandelsgruppe, die Hörbuchprospekte beigelegt haben. Buch Habel sind nun Pioniere mit dem dem Hörbuch-Verkaufsautomaten von HNTV.

HR: Hörbuchkäufer sind vielleicht moderner. Kunden, die in den Buchhandel gehen, sind nicht diejenigen, die im Internet kaufen. Soforthoeren verzeichnet eine Steigerung von 300%.

Da frage ich mich erstens worauf sich das Bezieht: Umsatz, Gewinn, Titelanzahl… und zweites von welcher Basis aus? Soforthoeren war doch um diese Zeit im letzten Jahr gerade erst gestartet. Wenn die Basis nahe Null ist, dann sind 300% ja nicht viel…

HR (weiter): Soforthoeren.de arbeitet an einer White-Label-Lösung. Sie haben eine “Zapfsäule” entwickelt die auf einer Festplatte die Hörbücher hat und die sich nachts automatisch updated. Die Zapfsäule ist im Retro-Design und soll so gut Aufmerksamkeit erregen und zum Download einladen. Diese MP3-Zapfsäule ist zum Einsatz in Buchhandlungen gedacht. Zu beachten hierbei: Hörbuchdownloads sind ein Dienstleistungsverkauf und kein Verkauf von Produkten, was steuerrechtliche Folgen haben kann.

BK: Hoerbie.de wird Hörbücher, Höspiele und Musik für Kinder ab dem Alter von einem Jahr anbieten. Zunächst ist die Bedienung des Portals nicht kindergerercht, da man auf die Eltern abzielt, denn nur die sind letztlich geschäftsfähig. Es ist ein Software-Client geplant, der dann auf Kinder ausgerichtet ist. Vergleichbar soll dieser mit dem Audible-Manager oder Itunes sein. Terzio (der Verlag der hinter Hoerbie steckt) ist spezialisiert auf Kindermedien und hat daher bereits einen guten Kontakt zu “digitalen” Familien. Soforthoeren.de wird technischer Partner von Hoerbie. Kinder hören Hörspiele konzentrierter und häufiger als Erwachsene. Eltern werden die Möglichkeit haben über das Portal Geld auf den Client zu laden, so daß dann die Kinder selbst einkaufen können werden.

JH: BuchHabel verzeichnet in 2005 eine 35%ige Umsatzsteigerung im Bereich Hörbuch bei einem 6%igen Umsatzanteil.

BK: Ein Vorteil von Downloads ist, daß die Hörbücher dadurch weniger Platz verbrauchen, was beispielsweise auf Reisen wichtig ist. Downloads sind wahrscheinlich weniger als Geschenk geeignet.

Das mit dem Geschenk ist eine wichtige Bemerkung, da man davon ausgeht, daß ca. 20% aller Hörbücher als Geschenk gekauft werden und bis zu 50% des Gesamtumsatzes in der Geschenkesaison Weihnachten gemacht werden. Ob die Einschätzung von Birgit Köbel dabei richtig ist, ist aber noch offen. Ich habe es durchaus schon nicht selten gesehen, daß selbstgebrannte CDs / DVDs schön bedruckt zu allen möglichen Gelegenheiten verschenkt werden. Ich bin höchst gespannt darauf was Weihnachten dahingehend bringt und wie sich Online und Offline da im Verhältnis zueinander entwickeln werden.

HR: Das Hörbuch sollte eher in der Tradition des Radios gesehen werden, d.h. CDs sind nur eine “Übergangserscheinung”. Im Radio konsumiert man Wortbeiträge von je her ohne Booklet etc. MP3-Hörbuch-Downloads sind wie ein Radio-on-Demand zu sehen und die CD dadurch eher nur ein Umweg.

HSW: Die Firma HNTV stellt den Buy-o-Mat her, einen Verkaufsautomaten, der mit Hörbüchern oder DVDs bestückt werden kann. Spontanes Kaufen hat sich auf vielen Segmenten durchgesetzt und könnte auch bei Hörbüchern und DVDs funktionieren. Gut vorstellbar wären beispielsweise solche Automaten auf Tankstellen, Bahnhöfen und Flughäfen, wo eine ideale Konsummöglichkeit für das zu Kaufende unmittelbar bevor steht. HNTV kommen aus dem DVD-Verleihgeschäft und hatten zuvor DVD-Verleih-Automaten gemacht. Für den Buchhandel könnte es folgender Maßen gemacht werden. In der 2B-Lage hat man das Ladengeschäft und in der teuren 1A-Lage den Verkaufsautomaten, der gleichzeitig für das Ladengeschäft wirbt. Für den Verkaufsautomaten ist eine monatliche Leasinggebühr von 480,- Euro fällig. Er hat ein Fassungsvermögen von 400 Artikeln, falls auf einem Quadratmeter und 800 Artikeln, falls 1,5 qm zur Verfügung stehen.

JH: Beim Buch Habel in Darmstadt ist das erste Mal ein Hörbuch-Verkaufsautomat im Einsatz. Bemerkenswert ist, daß 70% der Kunden beim Betreten des Buchladens noch nicht wissen was sie kaufen werden.

Wenn man weiß, was man will, dann kauft man doch gut und gerne bei Online-Versendern wie Amazon, BOL, Libri etc. In den Buchladen geht man, wenn man Beratung braucht. Insofern ist diese Zahl nicht verwunderlichen aber dennoch wichtig.

JH (weiter): Für den Verkaufsautomaten werden 9 Meter Schaufensterfläche zur Verfügung gestellt um prominent dafür zu werben. Der Verkaufsautomat ist in der normalen Fläche des Buchlandens “integriert”. Bestückt wird der Automat vor allem mit Bestsellern. Wenn es gut läuft sind 10-12 weitere Standorte allein in Darmstadt geplant, wo man vorhandene Fläche nutzen könnte.

BK: Terzio hat Produkte bei denen Buch und Hörbuch im Bundle verkauft werden.

Ich habe mir im Auditorium erlaubt die Frage zu stellen, ob be diesen Kombi-Produkten auch die Buchpreisbindung gilt und diese Frage wurde mir von Frau Köbel bejaht.

Herrn Rieck habe ich gefragt, wie das bei den MP3-Zapfsäulen mit dem Watermarking funktionieren soll. Der Gag bei Soforthoeren.de ist, daß die die Kundendaten kennen und eine entsprechende Kundennummer als Wasserzeichen in die MP3-Datei integrieren. Bei einer MP3-Zapfsäule, bei der man “anonym” einkauft, könnte das ein Problem sein. In der Buchhandlung fragt man mich ja auch nicht, wer ich bin wenn ich ein Buch oder Hörbuch kaufe.

HR: Das Wartermarking bei der MP3-Zapfsäule ist tatsächlich noch ein Problem. Ansatzpunkte wären Informationen aus Kreditkarten o.ä. zu ziehen, falls der entsprechende Kunde eine Kartenzahlung tätigt oder die Daten in der Zapfsäule eingeben zu lassen.

Herrn Wüstenkamp habe ich mir erlaubt zu fragen, warum sie die Verkaufsautomaten nicht selbst betreiben, wenn das Geschäft so attraktiv ist.

HSW: Die Kernkompetenz von HNTV ist das Bauen von Automaten. Der Buchhandel oder andere Knowhow-Partner wissen viel besser a) wo man die Automaten gut und geschickt aufstellt und b) womit man sie optimaler Weise bestückt. Bahnhofsbuchhandlungen wären besonders interessiert an den Automaten, weil dort viel gestohlen wird. Interessant wäre sicherlich auch eine Kombination aus MP3-Zapfsäule und Verkaufsautomat aber hier hat der Kontakt zwischen den herstellenden Unternehmen gerade erst begonnen. Ein Verkaufsautomat rechnet sich (angeblich) schon bei 3-4 Verkäufen pro Tag. Alles weitere ist dann Deckungsbeitrag.

HR + HSW: Der Download- oder Verkaufs- Automat sind nicht patentierbar (Antwort auf eine Frage aus dem Publikum.)

Zu “eXtreme Rage” mit Vin Diesel

Verfasst am 23.10.2005 um 15:10 Uhr

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Zum Hörspiel “Das Schweigen der Blumen” von Peter Stamm

Verfasst am 22.10.2005 um 16:47 Uhr

Hörspiel Das Schweigen der Blumen von Peter Stamm Peter Stamms “Das Schweigen der Blumen” ist ein Hörspiel nach dem Theaterstück ‹Die Töchter von Taubenhain› von Peter Stamm. Erschienen im Mai 2005 auf 1 Audio CD mit einer Laufzeit von 52:06 Minuten zu einem Preis von Euro 19,00. Dr. Bürger lebt mit seinen drei Töchtern auf einem Anwesen, das von einer hohen Mauer umgeben ist. Abgeschottet von städtischen Einflüssen verbringen die vier Menschen in Symbiose ihr Leben. Ordnung und Pflichtbewusstsein sind oberstes Prinzip. Aber die Mauer hat ein Loch, das einem Eindringling Zugang gewährt, einem bezaubernden jungen Mann, der die Damen unruhig macht. Insgesammt 4 Sterne dafür von mir. Peter Stamms (*1963) unterzieht die Romantik, die zwar als Epoche Vergangenheit ist, aber in den heutigen Wunschvorstellungen und Glückskonzepten immer noch herumspukt, einer satirischen Prüfung.

Zur Pressekonferenz “Erfolgsmodell Hörbuch - Liegt die Zukunft im Netz?” am 19.10.2005 bei der Frankfurter Buchmesse

Verfasst am 22.10.2005 um 10:38 Uhr

Ausgerichtet wurde die Pressekonferenz vom Arbeitskreis (AK) Hörbuch vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels. Man bekam eine Pressemappe mit einer Meldung und mehreren Charts ausgeteilt. Mal schauen ob ich Zeit und Muße finde diese Dokumente zu scannen und hier einzustellen. Teilneher der Diskussionsrunde waren:

CP: Claudia Paul vom Hessischen Rundfunk als Moderatorin (obwohl eigentlich Dorothee Meyer-Wahrweg angekündigt war)

MS: Marc Sieper von Lübbe Verlag / Lübbe Audio

CH: Christine Härle vom Eichborn Verlag / LIDO

CG: Claudio Gehre von Der Audio Verlag

BD: Barbara Dietz von der Verlagsgruppe Lübbe und dem Arbeitskreis (AK) Piraterie des Börsenvereins.


CP: Es gibt 13.000 lieferbare Titel, 500 Verlage und ca. 6 Millionen Hörbuchhörer in Deutschland

MS: Download lohnt sich. Der Hauptumsatz im Hörbuchbereich bleibt weiter die Beletristik. Der AK Hörbücher hat in einer dritten Umfrage 400 Hörbuchverlage befragt und die Preise bei Hörbüchern bleiben stabil bis leicht günstiger. Mit 60%igem Anteil ist der Buchhandel immer noch der Hauptabsatzweg. Der Tonträgerhandel hat sich nicht verändert in seiner Bedeutung. Aktionen mit Tankstellen und Kaufhäusern als Absatzwege waren sehr erfolgreich. 25% der Verlage bieten bereits Downlods an.

CH: Der AK Hörbuch hat gerade im Sinne eines Gattungsmarketings mit Ausrichtung auf den Buchhandel ein Package geschnürt, was demnächst an 5000 Buchhandlungen rausgeht. Darin enthalten ist ein Hörbuchlexikon, eine Hörproben CD eine Postkarte etc.

Wenn irgendjemand das hier ließt, der oder die was beim AK Hörbuch zu sagen hat: ICH WILL AUCH SO EIN HÖRBUCHLEXIKON! BIITTTEE! ;-)

CG: Sogar wenn in einem Hörbuch gar keine Musik ist muß man sich leider dennoch vor der GEMA rechtfertigen und für Hörbücher unpassende Forumulare ausfüllen. Der Arbeitskreis Hörbuch will noch in 2005 mit der GEMA ein eigenes Meldeverfahren für Hörbücher etablieren.

original-legal.de Nur Original ist LegalBD: Die Arbeitsgruppe Piraterie beschäftigt sich hauptsächlich mit eBooks und Hörbüchern. Mit der Gesellscahft zur Förderung Audiovisueller Medien (www.bvv-medien.de) gibt es eine Kooperation. Die Kooperation bezieht sich auf die gemeinsame Förderung der Aktion Nur Original ist legal, siehe original-legal.de.

Da vom Börsenverein und anderen bezüglich Hörbüchern fast immer ausschließlich prozentuale Umsatzzuwächse angegeben werden fragte jemand von der Zeitschrift EPD Medien aus dem Publikum nach den absoluten Zahlen.

MS: Das Problem bei Umsatzangaben ist, daß die Basis leider sehr oft sehr unterschiedlich ist. Auch bei der (mit den Untersuchuchungen beauftragten) GfK ist man sich nicht sicher, ob auch “entfernte” Sürachtonträger wie Sprachkurse und Kinderhörspielserien wie Benjamin Blümchen mitgezählt werden, was nicht im Sinne des AK Hörbuch ist. Für 2004 steht ein Umsatz von 60 Mio Euro im Raum für 2005 hat ein Branchenmagazin 100 Mio € angegeben. Die Wahrheit wird wahrscheinlich irgendwo zuwischen 60 und 100 Millionen liegen.

BD: Ein Fehler der Musikindustrie war es, daß es viel zu lange keine legalen Downloadmöglichkeiten gab. Viel zu lange gab es keine Alternative zu den illegalen Downloads. In der Musikindustrie wurde das Problem zu spät erkannt und unterschätzt.

Jemand von der Nachrichtenagentur DDP fragte, warum es einen Umsatzrückgang im Kindersegment gab.

MS: Der Rückgang im Kinderbereich ist ein “umgekehrter” Harry-Potter-Effekt. Im vorrigen Jahr gab es ein Harry Potter Hörbuch und in diesem Jahr nicht. Prompt geht der Umsatz zurück.

Köstliche Erklärung und auch meiner Meinung nach wahrscheinlich leider wahr :-)

Jemand von der Märkischen Allgemeinen fragte, wie normale stationäre Buchhandlungen / Sortimenter an dem Download-Geschäft partizipieren können.

MS: Es gibt hierzu mehrere Ansätze. Zunächst muss man verstehen, daß Technik und die Marke unter der die Technik die verkauft wird von einander unabhängig sind. Man kann die Download-Portal teilweise bereits jetzt und teilweise in Zukunft “transparent” in die Homepages der Buchhandlunge einbinden. Man kann in Buchhandlungen eine MP3-Tankstelle / MP3-Zapfsäule aufstellen, also eine Hörstation mit Smartcard o.ä. Auflademöglichkeit. Dort kann dann wieder die Bearatungskompetenz des Buchhändlers zum Tragen kommen, der ja das eigentliche Asset ist.

CG: Je online ausgegebenen Euro werden sieben bis acht Euro im stationären Buchhandel für Hörbücher ausgegeben. Von den Hörbuchverlagen aus geht die klare Botaschaft an das Sortiment, daß es der wichtigste Partner ist, auch in den Online-Aktivitäten

Ralf Spiller (Name ggf. nicht ganz korrekt) vom Handlesblatt fragte nach Vergleichzahlen aus dem Ausland.

CG: Amerika ist der Leitmarkt; auch, weil es ein sehr großes Land ist. Jeder Bewohner einer amerikanischen Großstadt steht ca. 3 Stunden im Stau (leider wurde nicht gesagt worauf sich diese Zahl bezieht: pro Tag, Woche oder Monat…). Der Anteil aktiver Hörbuchhörer beträgt 10% der Gesamtbevoölkerung. Es gibt 50% aktive Höbuchverweigerer, d.h. solche, die keine Hörbücher hören möchten. In Europa ist UK (England) der Leitmarkt vor allem durch die frühzeitigen und umfangreichen Auswertungen der Archive der BBC. In Portugal und Spanien gibt es nicht ein Mal ein Wort für Hörbuch. In Frankreich bemüht sich ein erster Hörbuchverlag seit 2004. In Italien gab es ebenfalls versuche eines Verlages. Benelux und Skandinavien sind in der Entwicklung etwa so weit wie Deutschland allerdings langsamer. Osteuropa ist eine komplette Hörbuch-Entwicklungsland-Zone. Schwierig ist auch, daß man dort geringe Reichweiten in den jeweiligen Sprachen hat. In Asien gibt es vor allem in den Ländern Hörbücher, die eine englischsprachige Affinität haben.

Aus dem Publikum kam die Frage nach dem deutschen Hörbuchmarkt in 5-10 Jahren.

MS: Anwort am Beispiel von Lübbe. Im ersten Jahr (1996) machte man einen Umsatz von 200.000 DM und war darüber sehr positiv überrascht. Es ist wichtig sich den Kunden zu nähren, die noch keinen Kontakt zum Hörbuch hatten, z.B. durch neue Handelsformen. Kleine und mittlere Buchhandlungen haben keine Hörbücher wegen der Platzprobleme. In 5-10 Jahren wird der Markt deutlich näher einer Sättigung sein.

CG: Der Hörbuchmarkt wird sich bei 10-20″ des Buchmarktes einpendeln so wie in den USA und UK.

Zu Prison on Fire mit Chow Yun Fat

Verfasst am 22.10.2005 um 00:52 Uhr

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