Zur Ablenkung durch Hörbuch hören beim Autofahren
Verfasst am 30.03.2006 um 09:57 Uhr
Umfragen zufolge ist das Hören von Hörbüchern beim Autofahren die bei Umfragen am häufigsten angegebene Nutzungsgelegenheit. Auch meine Wenigkeit genießt Audiobooks am häufigsten im eigenen KFZ. Ich wollte mich in diesem Posting einer der Fragen bzgl. des Hörbuch hörens beim Autofahren widmen.
Lenkt das Hören von Hörbüchern beim Auto fahren ab?
Telefonieren mit dem Handy beim Autofahren ist ja bei Strafe verboten und leider schon lange kein Kavaliersdelikt mehr. Ich kann aus engstem Bekanntenkreis einige Unfälle aufzählen, die wegen dem Telefonieren beim Fahren passiert sind. Ist es notwendig zu Erwähnen, daß ich den Fall meine, wo der Fahrer telefoniert und nicht irgendein anderer Passagier im Auto?
Man kann da sicherlich noch mal unterscheiden zwischen telefonieren mit Headset oder ohne oder sogar SMS-schreiben während man fährt aber das ist eigentlich im Kontext von Hörbüchern nicht so schlimm. Warum ist also das Hören von Hörbüchern beim Autofahren ggf. eine Ablenkung bzw. wo sind die Unterschiede zum Telefonieren? Telefonieren ist eine Zwei-Wege-Kommunikation. Man “sendet” an den Gesprächspartner und “empfängt” von selbigem. Hörbuchhören ist eine Ein-Wege-Kommunikation: Man “empfängt” lediglich. Warum ist Telefonieren so anders, als das Gespräch mit dem Beifahrer? Der gemeinsame Plausch beim Fahren ist doch auch eine Zwei-Wege-Kommunikation?! Ich bin mir da auch ganz und gar nicht sicher. Vom mobilen Telefonieren beim Fahren kenne ich durchaus, daß man ein wenig einen Tunnelblick bekommt, was mir beim Gespräch mit dem Beifahrer oder anderen Insassen des Autos noch nie passiert ist. Vielleicht ist das Kommunizieren am Telefon fokussierter und konzentrierter weil man eben “nur” die Tonspur ab und deswegen verlangen diese Gespräche mehr Aufmerksamkeit als ein Austausch mit Mitfahrern? Ich könnte mir vorstellen, daß eine “intensive Bezieungsdiskussion” mit dem Beifahrer oder der Beifahrerin mindestens genau so ablenkt, wie ein Gespräch am Mobiltelefon. Könnte man die “intensive Bezieungsdiskussionen” im fahrenden Auto dann bitte auch verbieten?
Zurück zum Hörbuch. Mein Favorit bei der Fahrt sind Krimis. Ich habe da sehr häfuig das Gefühl, daß durch das Hören, die Fahrt schneller vergeht. Eine gewisse Menge Aufmerksamkeit zieht das Hörbuch also in jedem Fall. Gefühlsmäßig würde ich sagen, daß der Fokus / die Konzentration vom Hörbuch aber leichter abgewendet werden kann im Falle einer kritische Verkehrssituation und eben das ist vielleicht der unterschied zum Telefonieren mit Handy. Mit passiert es beim Autofahren auch, daß ich mit den Gedanken abschweife, obwohl das Hörbuch oder Hörspiel noch läuft und ich merke, daß ich ein wenig oder ein wenig mehr den Faden verloren habe. Beim Hörbuch ist das glücklicherweise kein Problem, den man kann ja einfach zurückspulen oder zurückspringen - je nach verwendetem Medium. Wo ich mir allerdings sicher bin ist, daß wenn Leute mit ihrem Walkman oder MP3-Player und Kopfhörern im Auto Hörbücher hören, es verdammt verkehrsgefährdend ist. Nicht nur das das gesprochene Wort den zwanghaften decodierer Mensch in den Bann nimmt, sondern auch die Kopfhörer dämmen Geräusche aus der Außenwelt und das kann sicher eher zu einem Unfall führen. Vielleicht macht ja auch die Hörbuchgattung einen Unterschied? Ich könnte mir z.B. vorstellen, daß Hörspiele viel mehr involvieren und dadurch ablenken als Lesungen. Der Unterschied wird sicher nicht so gravierend sein, daß man das Hören von Hörspielen im Auto verbietet, während Lesungen erlaubt bleiben aber neugierig wäre ich ja schon zu erfahren, ob es da Unterschiede im “Fesselungsgrad bzgl. der Aufmerksamkeit” gibt. Nicht zuletzt gibt es ja in ganz normalen Radiosendern auch etliche Wortbeiträge verschiedenster Sorte und das Hören von Radio im Auto steht sicher nicht zur rechtlichen Disposition. Bedanke mich für die Begleitung auf meinen Gedankenausflügen und freue mich über Feedback und weitere Meinungen und Reflektionen zu dem Thema.
Eines der ungelösteren Rätsel dieses Blog ist ja warum ich mich so viel, gerne und intensiv mit Hörbüchern beschäftige. Das hat so zweieinhalb Gründe. Einen davon gebe ich heute mal Preis. Nach meiner Diplomarbeit von einigen Jahren habe ich entdeckt, daß mir das wissenschaftliche Arbeiten großen Spaß macht. Es ist zwar nicht das, was ich für immer machen möchte aber ich entschloss mich es noch eine Weile fortzuführen. Medien haben schon seit vielen Jahren mein Herz begeistert und ich war intensiver Hörbuchhörer. Was liegt also näher mich im Rahmen meiner Dissertation / Promotion / Doktorarbeit mit dem Hörbuchmarkt zu beschäftigen? Da ich von der Denke her stark (aber nicht ausschließlich) betriebswirtschaftlich geprägt bin schaue ich mir insbesondere das Hörbuchmarketing an. jetzt erklärt sich sicherlich einiges für Stammleser des Blogs
Das Hueber Hörbuch “Short Stories - Agatha Christie : Double Sin / The House of Astarte mit Miss Marple”
für Konzept und Umsetzung von mir. Sprecher sind Joan Hickson und Hugh Fraser, die einen hervorragenden Job machen. Es wird in britischen und nicht amerikanischem Englisch gelesen. Das solle man vielleicht noch erwähnen
Habe gerade wieder etwas tolles bei der Hörothek entdeckt:
BD: Die Arbeitsgruppe Piraterie beschäftigt sich hauptsächlich mit eBooks und Hörbüchern. Mit der Gesellscahft zur Förderung Audiovisueller Medien (
Vortragsmitschrift in Stichpunkten