Zu Annette Kaiser, Jenseits der Pfade, Visionen einer neuen Spiritualität

Annette Kaiser, Jenseits der Pfade, Visionen einer neuen SpiritualitätAnnette Kaiser, Jenseits der Pfade, Visionen einer neuen Spiritualität

Vom CD-Cover blickt mich ein symphatisches Gesicht an. Die Autorin macht mich neugierig mit ihrem freundlichen Blick. Annette Kaiser möchte zeigen, „dass wir zu einer wirklich neuen Spiritulität nur finden können, wenn wir die Begrenzungen traditioneller Wege überschreiten und die Sicherheiten, die sie uns bieten, loslassen“. So steht es auf der Rückseite des Covers.

Gespannt starte ich die CD (70 min, Preis 17,95 Euro). Eine jugendliche Stimme, etwas verhalten, aber sehr angenehm. Immer noch lausche ich erwartungsvoll … aber ihre Worte erreichen mich nicht. Mit esotherischer Literatur bin ich nicht gänzlich unerfahren. Allerdings habe ich keine Lust auf Texte, die irgendwo im Unverbindlichen bleiben. Große Worte fallen, aber ich kann mir nichts darunter vorstellen. Leider bleibt die Autorin unkonkret. Sie spricht davon, daß wir unsere Ich-Grenzen überwinden sollen, um zu einem „ganzheitlichen Menschsein, einem universellen Bewußtsein“ zu gelangen. Nur wie wir das erreichen können, das sagt sie nicht. Im Gegenteil höre ich sogar zweimal, daß es sehr schwer zu beschreiben sei, wie man diesen Zustand erreicht. Ehrlich gesagt haben mich diese Aussagen ärgerlich werden lassen. Denn ich erwarte doch von einer Autorin, die mir „die Vision einer neuen Spiritualität“ aufzeigen will, daß sie mir auf dem Weg dahin Hilfe Stellung leistet oder mir zumindest ein genaues Bild davon vermittelt, wie diese neue Vision aussieht . Und sich nicht hinter großen Worten und unklaren Aussagen versteckt.

Gänzlich irritiert hat mich dann die merkwürdige Idee, mitten in der CD (z.B. auf Track 4 von insgesamt 14 Tracks) eine geführte Meditation zu starten. Diese erste Meditation, die so genannte Dhyana-Meditation – es folgen im Laufe der CD noch zwei weitere – dauert nur fünf Minuten. Nach diesem kurzen Intermezzo frage ich mich: Wer ist so geübt, daß er in dieser kurzen Zeit wirklich ganz entspannt im Hier und Jetzt ist? Und wer möchte nach fünf Minuten durch die Fortsetzung des normalen Textes brutal wieder aus seiner Meditation gerissen werden, und zwar ohne weitere Vorwarnung? Generell gefallen mir geführte Meditationen, aber meiner Meinung nach hätte das unbedingt auf eine zweite CD gehört.

Ob mir der komplette Text wirklich noch etwas gebracht hätte, vermag ich nicht zu sagen. Nach etwa der Hälfte der CD habe ich es aufgegeben. Schade, aber das reicht nur zu *.

RE

Hinterlassen Sie ein Kommentar zu diesem Blog-Eintrag

Eingeloggt als . Ausloggen »