Zu Khaled Hosseini, Drachenläufer, gelesen von Markus Hoffmann
Zu Khaled Hosseini, Drachenläufer, gelesen von Markus Hoffmann
Der Drachenläufer als Hörbuch: Eine (Fast-)Premiere für mich. Ich konnte Wiedersehen – ach nein, Wiederhören – mit einem Buch feiern, daß ich bereits kannte.
Bis jetzt habe ich das erst einmal ausprobieren können und zwar mit „Stiller“ von Max Frisch (gelesen von Ulrich Matthes). Da ich den Stiller aber vor Urzeiten gelesen hatte – und mich eigentlich nur noch an eine Stimmung, nicht aber an den Inhalt erinnern konnte - war das Hörbuch fast wie eine neue Geschichte für mich (nur so viel: It’s a must!)
Einigen von Euch wird es ähnlich gehen, schließlich war der Drachenläufer schon als Buch sehr erfolgreich. (Es ist immer noch in der erweiterten Bestsellerliste – also unter den Top 50 – und das, obwohl es schon vor einigen Jahren erschienen ist!) Aus diesem Grund möchte ich auch gar nicht näher auf die große Geschichte von Freundschaft, Schuld und Sühne und ein wenig Orient eingehen. Für diejenigen, die noch nichts vom Drachenläufer gehört haben: Man kann wirklich abtauchen in diesem Hörbuch.
Und obwohl ich mich auch beim zweiten Mal streckenweise in der ergreifenden Geschichte verloren habe, war mein Hörgenuß nicht ganz rund. Die markante und bekannte Stimme von Markus Hoffmann: Das bedeutete Erinnerungen an die unsäglichen „Elf Minuten“ von Paulo Coelho. Ein Roman voller trivialer Botschaften, möglichst schlicht formuliert. (Ich weiß, das ist jetzt ziemlich sarkastisch, aber ich mußte mir das mal von der Seele schreiben. Leider habe ich die „Elf Minuten“ damals zu Ende gehört in der vergeblichen Hoffnung, doch noch irgendeinen lohnenden Gedankenfetzen zu entdecken. Vergeblich!) Nach dieser Erinnerung war die Stimme von Hoffmann für mich leider negativ besetzt.
Nach zwei CDs ging’s aufwärts: Die Geschichte und der Erzähler zogen mich in ihren Bann. Markus Hoffmann liest mittlerweile nicht mehr ganz so gleichförmig wie sonst. Tempo, Stimmung und Lautstärke werden jetzt schon mal variiert. Geht doch!
Leider haben mich die Schwächen des Romans auch beim Hören wieder eingeholt. Obwohl der „Drachenläufer“ mitunter zu Tränen rührt und sehr spannende Momente hat, gibt es ziemliche Längen in der Geschichte. Wie schon beim damaligen Lesen habe ich einen Spannungsbogen vermißt. Intensive Kapitel wechseln sich ab mit seitenlangen, flachen Ausführungen, die deutlich kürzer ausfallen könnten. (Auch gute Unterhaltungsliteratur muß meiner Meinung nach gewisse Ansprüche erfüllen, wie z.B. Aufbau der Geschichte, Spannungsbogen, etc.) Die mitunter sehr schlichte Sprache hat mich manchmal so gestört, daß ich aus der Stimmung des Romans gezogen wurde. Ob es sich hier um eine schlechte Übersetzung handelt oder ob schon das Original diese Schwächen hat, who knows.
Mein Fazit: Wiederhören lohnt sich nur, wenn schon das Buch super war. Besser wird’s dann nur noch mit einer Sprecherin / einem Sprecher der Extraklasse. Deshalb reicht’s diesmal nur zu
.
(Das Hörbuch mit 9 CDs kostet 24,95 Euro, Gesamtdauer ca. 650 Minuten)
RE